Top

Kampfsport

Capoeira

Capoeira ist ein brasilianischer Kampftanz, der sich mittlerweile auch in Europa sowohl bei Kampfsport- als auch bei Tanzsportbegeisteren großer Beliebtheit erfreut. Die Entstehung von Capoeira wird allgemein im 18. Jahrhundert angesiedelt, eine Zeit in der afrikanische Sklaven vermehrt nach Brasilien verschleppt wurden. Diese Sklaven wollten über Capoeira einerseits ihre afrikanischen Wurzeln durch Tänze pflegen. Gleichzeitig konnte Capoeira als Kampfform zur Selbstverteidigung gegen Sklavenhaltern oder sogar zum Erlangen der Freiheit dienen. Capoeira setzte sich jedoch insbesondere in berüchtigten Vierteln der Großstädte wie Rio de Janeiro durch. Hier galt des Gesetz der Straße, insbesondere Banden nutzten diese Kampftechnik um ihr Hoheitsgebiet zu verteidigen und auszubauen. Die Anhänger dieser Kampfform, die Capoeiristas, besaßen im 19. Jahrhundert also eher ein Gangsterimage. Daher wurde die Ausübung des Capoeira von den Behörden auch lange Zeit verboten.

Erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Capoeira als nationaler Sport anerkannt. Aus Capoeira als Straßenkampftechnik wurde Capoeira als Kampfkunst. So ist es auch nicht verwunderlich, dass asiatische Kampfsportarten das Capoeira fortan nachhaltig beeinflussten. Heutzutage ist Capoeira eine sehr akrobatische Kampfform, die überwiegend aus Sprüngen, Tritten, Drehungen und sogar Saltos besteht. Sehr wichtig ist die begleitende traditionelle Musik, was wiederum auf die Anfänge des Capoeira als kultureller Tanz hindeutet. Ein Art Geige, die Berimbau, sowie Gesang und Trommeln dienen daher auch beim Aufeinandertreffen zweier Kämpfer als musikalischer Rahmen.

Kickboxen

Kickboxen ist die Verbindung von Fuß- und Handschlägen in Verbindung mit normalen boxerischen Elementen. Die unterschiedlichen Verbände haben auch unterschiedliche Regeln und einige Nationalstaaten verbieten bestimmte gefährliche Techniken. Ähnlich wie in anderen Kampfsportarten kann man sein Können durch das Ablegen von Gurten unter Beweis stellen. Man fängt als Anfänger mit dem weißen Gurt an und kann dann in sieben Schritten den professionellen schwarzen Gurt erreichen. Gekämpft wird in unterschiedlichen Wettkampfklassen man unterscheidet hier drei grundlegende Stile: Semikontakt, Leichtkontakt und Vollkontakt. Natürlich gibt es auch bei dieser Sportart unterschiedliche Gewichtsklassen.

Kickboxen genießt allgemein einen schlechten Ruf, weil viele Leute nicht über die Regeln informiert sind. Sie verwechseln Kickboxen oftmals mit brutalen Spielfilmkämpfen oder setzen es gleich mit K1-Kämpfen. Dabei verbindet dieser Sport viele Komponenten. Die Kickboxer müssen über Ausdauer, ein schnelles Reaktionsvermögen, eine saubere Technik und Mut verfügen. Diese Bestandteile eines Kämpfers können nur durch intensives permanentes Training erlangt werden. Außerdem kann Kickboxen auch zur Selbstverteidigung in bedrohlichen Situationen benutzt werden. Die Sportler werden während offizieller Kämpfe durch eine umfangreiche Schutzausrüstung vor möglichen Verletzungen bewahrt. Dadurch entsteht ein relativ geringes Verletzungsrisiko.
Die neueste Erscheinung im Kickboxen ist das so genannte Tai-Bo. Es wird zur allgemeinen Stärkung der Fitness im Fitnessstudio praktiziert. Dabei verzichtet man ganz klar auf richtige Kämpfe. Im Vordergrund steht hierbei der Spaß am Sport!

Karate

Die alte traditionelle Kampfkunst Karate reicht etwa 500 Jahre n. Chr. zurück. Sie wurde entwickelt von Chinesischen Mönchen. Da diese keine Waffen tragen durften, kreierten sie zur Selbstverteidigung einen Kampfsport aus gymnastischen Übungen unter Einsatz des ganzen Körpers, welcher auch als Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung diente. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts entstand in Japan die traditionelle Kampfkunst mit Regeln.

Bei einem Wettkampf werden Treffer mit dem Fuß oder der Faust gestoppt. Es wird auf Trefferwirkung verzichtet. Mit dem Gegner wird immer verantwortungsbewusst umgegangen. Jeder kann Karate erlernen. Karate ist die ideale Sportart zum Ausgleich von Alltagsstress, denn Karate bietet viele Anforderung an Körper und Geist. Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden geschult. Die Sportart wird barfuss durchgeführt und hohe Ausgaben für eine Ausrüstung entfallen, da lediglich ein Karte-Gi benötigt wird. Hierbei handelt es sich um einen bequemen Anzug.
Oftmals denkt man fälschlicherweise bei Karate an „Bretterzerschlagen“. Dies ist ein Vorurteil und entstammt von öffentlichen Schauvorführungen. Karate ist keine Sportart für Selbstdarsteller. Kraft spielt in der Karate-Selbstverteidigung nur eine Nebenrolle. Wichtiger sind die Geschicklichkeit, die Schnelligkeit und die Gelassenheit. Karate-Schulen übermitteln technische sowie psychologische Fähigkeiten.

Im Karate werden zwei Wettkampfdisziplinen unterschieden. Es gibt den Kumite (Freikampf) bei dem zwei Karateka sich auf einer Wettkampffläche gegenüber stehen. Wettkämpfe gehen über 2 – 3 Minuten. Vor jedem Kampf müssen sich die Kämpfer verbeugen. Punkte (ippon) werden vergeben für Treffer in der richtigen Haltung auf Kopf, Nacken, seitlicher Hals, Brust und Rücken. Oder es werden halbe Punkte (Wazaari) vergeben, wenn dem Treffer eines der wesentlichen Momente fehlt.

Und es gibt die Disziplin Kata. Hier sind die Angriffs- und Abwehrtechniken festgelegt und es wird gegen mehrere imaginäre Gegner angetreten. Bewertet wird bei der Kata: Der richtige Ablauf, die „Kime“ (Kontrolle der Kraft und der Spannung), Rhythmus, Geschwindigkeit, genaue Bewegungsrichtung, Ausdruck der Elemente, die Stärke der Techniken, die Haltung, der synchrone Ablauf und die Übereinstimmung des Ausgangs- und Zielpunktes.